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IFA 2012 - Mein erstes Fazit

Bereits zum fünften Mal sind Elektrohausgeräte Teil der IFA. Diese Aussage bedeutet zugleich: Die IFA gehört längst zum Alltag unseres Branchengeschehens. Und wie so oft im täglichen Leben, gibt es prickelnde Momente und weniger spannende Zeiten. Meiner Ansicht nach war die IFA 2012 von der Stimmung und Dramaturgie wie auch von den echten Innovationen nicht so inspirierend wie die des Jahres 2011. Kurz zur Erinnerung: Damals stellte Miele das Bügelsystem FashionMaster vor, Dyson zeigte seine Ball-Technologie und Jura stieß mit der Giga 5 das Tor zum Superpremium-Segment auf.

Das digitale Leben zieht ein

Dennoch, die IFA 2012 hatte ihre Akzente. Drei davon möchte ich hervorheben. Da wäre der rasante Einzug der digitalen Welt bei Elektrogroßgeräten, der die großen Hausgeräte viel schneller erfasst, als ursprünglich mal gedacht. So werden die Geräte zunehmend per Smartphone oder Pad gesteuert, alles Wissenswerte zu den Modellen liegt im Netz oder man kann sich per Foto den Inhalt seines Kühlschrankes auf seinem Mobile anzeigen lassen. Selbstverständlich ist auch die Steuerung der Waschmaschine über den Fernseher unproblematisch möglich. Die Heimvernetzung – oder neudeutsch Connectivity – ist nun überall: bei Bosch, Siemens, Miele, Panasonic oder Samsung. Doch aufgepasst: Nicht jede Anwendung ist so praktisch und vernünftig wie das persönliche Kundenkonto „myBosch“. Vor Gimmicks sei gewarnt.

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Paroli dem Preisverfall

Die Digitalisierung der Großgeräte ist nicht mehr wegzudenken, genauso wie der Preisverfall bei Waschmaschinen oder der beinharte Wettbewerb bei den Kleingeräten. Bei Anbietern von Frühstückssets, Staubsaugern sowie Kaffeemaschinen stelle ich ein Umdenken fest. Dem Wettbewerbsdruck will man verstärkt über eigene Designs ausweichen, der klassische „Me Too-Zukauf“ aus Asien wird mehr und mehr kritisch gesehen. Neue Ansätze wie die WMF Lineo, Grundig’s Premium Line oder die Designstudien von Dirt Devil untermauern meine Beobachtung. Fazit. Design, Design galt schon immer, doch jetzt lautet die Erfolgsformel: Definitiv eigenes, unverwechselbares Design.

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Mission-Statements pur

Auch wenn es die deutschen A-Marken nicht gerne höre, der Auftritt von Panasonic und Samsung ist gewaltig. Allein auf rund 1000qm zeigte Panasonic seine Hausgeräte-Lösungen, die mittlerweile nicht nur Waschen und Kühlen umfassen, sondern auch Einbaugeräte und vollflexible Induktionskochfelder. Beachtenswert die Studie, Kleingeräte kabellos über Induktion mit Power zu versorgen. Noch war es mehr ein optisches Macht-Signal von Panasonic, doch Samsung in Halle 5.1 zeigt bereits, wohin die Reise führen kann. Das Mission-Statement von Samsung im Bereich Hausgeräte war eine klare Ansage, der Marktführerschaft im TV-Business und bei Smartphones nachzueifern. Und wenn wir schon ein wenig über „Attacke“ reden, etwas versteckt auf dem Messegelände demonstrierte Media-Saturn seinen eigenen Leuten eindrucksvoll die Eigenmarkenpalette des Fachmarktsgiganten. Dafür waren diese umso offensiver auf Plakaten in Berlins Straßen zu sehen.

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Die Trends der IFA 2012

Es folgen knappe Trendbeschreibungen einzelner Produktgruppen:

  • Bei Kaffeevollautomaten steht die digitale Bedienerführung im Fokus. Hinzu kommt die Funktion Kaffeeindividualisierung, die jedem Kaffeegenießer seinen individuellen Kaffeegeschmack ermöglicht. Abgerundet wird das Geschehen durch edle Materialien und noch wertigeres Design. Leider wurden Neuheiten bei vielen Anbietern erst für das kommende Jahr angekündigt. Aktuell sind insbesondere Kaffeevollautomaten von Krups und Severin zu nennen.

  • Staubsauger-Roboter gehören zu den absoluten Rennern. Im Staubsauger-Segment beleben weiterhin Spot-Cleaner, d.h. leichte, wendige Handstaubsauger, wie z. B. der Dyson DC45 oder Modelle des englischen Anbieters GTech den Markt.

  • Eine echte Duftnote setze Miele mit seinen weltweit ersten Wäschetrockner, die während des Trocknungsvorgangs die Wäsche automatisch beduften können. Hierfür sorgt ein in der Tür angebrachter Flakon. Miele verspricht: „So wird die Wäsche erstmals gleichermaßen flauschig, frisch und duftig – und dies ohne Verwendung von Weichspülern.“ Nicht nur in der Wäschepflege auch in anderen Produktkategorien steht das Thema Energieeffizienz weiter ganz oben an. A++ ist bei A-Marken bereits absolutes Minimum, die Entwicklung geht zu A+++ minus, minus! Und nicht zu vergessen: Silent is in – alles muss leise sein!

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Vorfreude auf 2013

Auffällig: Viele Großgeräte-Neuheiten, z. B. von Miele, sind erst ab 2013 lieferbar. Neue Kaffeevollautomaten, wie bereits aufgeführt, sind für 2013 angekündigt. Limited Editions und Aktions-Modelle nehmen zu und kaschieren wohl das nicht so runde Sortiment. Manches mag auch dem jährlichen Messe Rhythmus geschuldet sein. Ich denke, die IFA 2012 war eine gute IFA. Sie war ok ohne restlos mitzureißen. Von der kommenden Veranstaltung verspreche ich mir aufgrund der Vorankündigungen im Bereich Elektrohausgeräte jedoch deutlich mehr. Freuen Sie sich schon heute auf eine motivierende IFA 2013.

 

Alexander Druckenmüller

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